Götz Wittneben im Interview mit dem Körper- und Traumatherapeuten K. Michael Romahn

Nicht flüchten – sondern hinschauen, Deutschland!“ sagt der Autor in seinem neuen Buch – „Leben mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“, in dem er aus der ‘Arena der täglichen Flüchtlingsarbeit’ als Betreuer berichtet. In diesem Gespräch werden uns die Auswirkungen des weltweiten sozialen Traumas im Showdown des zusammenbrechenden Neoliberalismus in seiner Wucht und Komplexität auf ein menschliches Nervensystem vor Augen geführt.

Dem Abendland geht’s gewaltig an den Kragen“, so Romahn. Zur Sprache kommt auch, dass mancher Träger im sozialen Bereich die Betreuung von Flüchtlingen als Chance sieht, aus den roten Zahlen herauszukommen, sich zu sanieren – ein Konglomerat von wirtschaftlichen Interessen einerseits und politischer Ratlosigkeit auf der operativen Ebene (Kommunen, Landkreise) andererseits.

Maßlose Überforderung auf beiden Seiten in der Flüchtlingswelle des Jahres 2015, am Leben vorbeipädagogisierte Integrationsgedanken, zu  Kontaktabbruch führende, unterschiedliche, kulturbedingte Körpersprache, nicht erkannter traumatischer Stress. In der Überforderung wird viel weggedrückt, nicht gespürt und wirklich durchgefühlt wegen fehlender Ressourcen gerade bei traumatischem Stress. Im Alltag taucht verdrängtes, zur Seite geschobenes, unbewusstes Erleben auf und will angeschaut werden, statt davor wegzurennen.

Und letztendlich ist da das tiefe Bedürfnis nach Frieden in jedem von uns. All das und noch viel mehr taucht auf,….wenn dem Mensch-Sein in der Zeitenwende wieder mehr Raum gegeben wird.

Literatur: „Leben mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“

weitere Informationen zu K. Michael Romahn :www.koerperlandschaften.com

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