Ich möchte mich hier einmal dem Palmöl widmen, da es auch hier immer wieder zu Diskussionen kommt. Das Palmöl hat nichts mit Kokosöl zu tun, sondern wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Es ist eines der ertragreichsten und daher billigsten pflanzlichen Öle und ist angenehmer und leichter zu verarbeiten als andere Öle.

Aus diesen Gründen ist es das meist verwendete Pflanzenöl der Welt. Es steckt heute in der Hälfte unserer Supermarktprodukte, wie in Margarine, Fertigprodukte, Eis, Schokolade, Pizza und Kekse, sowie in Kosmetikartikel, Waschmittel, Kerzen u.v.m.

Im Jahr 2011 wurden rund 54 Millionen Tonnen Palmöl produziert, bis 2015 schon 340.000 Tonnen und bis heute noch viel mehr.

Palmöl bedroht den Regenwald?

Ölpalmen brauchen zum Wachsen tropisches Klima und viel Platz. Sie wachsen am besten dort, wo auch der Regenwald wächst und so muss der Regenwald – leider oft auch illegal – weichen.

Ölpalm-Plantagen ist der Hauptgrund der Regenwaldzerstörung in Malaysia und Indonesien! Heute werden weltweit ca. 35 Fußballfelder Regenwald jede Minute zerstört! (Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP 2007)

Indonesien und Malaysia sind die größten Palmölhersteller der Welt, zusammen liefern sie 90% des gehandelten Öls (Stand 2011). Allein in Indonesien wachsen Ölpalm-Plantagen auf 10Millionen Hektar (Stand 2014 Quelle: SOB), das ist ein Viertel der Fläche von Deutschland. Bis 2015 sollen es 26 Millionen Hektar werden!

Die Folgen der Abholzung sind dramatisch für die Menschen und die Tiere in den Regenwäldern, aber auch für uns, denn sie beeinträchtigen das Klima der Erde.

  • Jeden Tag sterben dort mehr als 100 Arten von Tieren und Pflanzen für immer aus.
  • Die Bäume und Torfmoore im Regenwald speichern viel CO2, das durch die Abholzung in die Atmosphäre entweicht.
  • Der Regenwald hat einen fast perfekten Wasserkreislauf, der zerstört wird, dadurch können sich die Wüsten ausbreiten.
  • Die Ureinwohner werden vertrieben und verlieren ihre Heimat und Nahrungsgrundlage.
  • Der Boden wird unfruchtbar.

In den Palmöl-Plantagen können nur wenige Tierarten überleben. Unliebsame Pflanzen werden beseitigt und totgespritzt. Tiere, wie Affen, Tiger, Elefanten finden dort weder Schutz noch Nahrung.

Ist Palmöl gesund oder ungesund?

Die Inhaltstoffe von Palmöl bestehen aus knapp 50% an gesättigten Fettsäuren, vor allem Palmitinsäure, sowie allerdings auch einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure, Linolsäure). Außerdem enthält Palmöl Vitamin E, Vitamin K, Carotin als Vorstufe von Vitamin A und Magnesium (Murkherjee et Mitra, 2009).

Das Öl darf hoch erhitzt werden, ähnlich wie Kokosöl und Ghee. Im Vergleich zum Kokosöl finden wir sogar ein günstigeres Fettsäurespektrum und zudem enthält unraffiniertes Palmöl, das „rote Palmöl“,  gesundheitlich wertvolle Mikronährstoffe.

Raffiniertes Palmöl, das in unseren Supermarktprodukten verarbeitet ist, kann durch die Raffinierung und Weiterverarbeitung krebserregende Stoffe enthalten, die sogenannten 3-MCPD- und Glycidol-Fettsäureeser.

(Quellen: www.abenteuer-regenwald.de und www.ecodemy.de)

Auch wenn kaltgepresstes Palmöl in Bio-Qualtiät unserer Gesundheit nicht schadet, so empfehle ich dennoch auf andere hochwertige Öle umzusteigen.  Auf jeden Fall meiden sollten wir alle Lebensmittel, Kosmetikartikel und Waschmittel etc. , die Palmöl oder Palmfett enthalten, denn da ist mit Sicherheit immer raffiniertes Öl in Billigqualität verarbeitet. Zum Backen oder Braten empfehle ich Kokosöl oder ayurvedisches Ghee.

Schon alleine der ökonomische Aspekt sollte uns veranlassen, auf Palmöl zu verzichten.

Wenn jeder einzelne von uns sich bewusst macht, was er kauft und vor allem was er isst, wird ihm das nicht nur sein Körper mit Gesundheit danken, sondern wir können gemeinsam die Ausbeutung unseres Planeten verhindern.

Erzähle auch anderen davon und teile meinen Artikel, denn je mehr Leute darüber Bescheid wissen, desto mehr kann man erreichen.

Gerne unterstütze ich dich gesund und glücklich zu sein in meiner Wohl-fühl-Praxis in Graz.

Alles Liebe

Andrea Viertl

 

 

1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Frau Viertl,
    Ölpalmen und Kokospalmen wachsen in dem gleichen Klima allerdings liefern Ölpalmen einen wesentlich höheren Ertrag. Warum empfehlen Sie aus ökologischer Sicht dennoch Kokosöl zu verwenden statt Bio Palmöl? Mehr Ertrag bedeutet doch es sind weniger Flächen zum Anbau nötig und damit bleibt mehr Platz für den Regenwald?
    Ich bedanke mich für eine Antwort

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